
- Ekkehard Ophoven: Deutschlands wilde Tiere - KOSMOS-Verlag
Im öffentlichen Bewusstsein sind sie nur Randfiguren. Doch Hase, Luchs und Co. fühlen sich immer noch wohl in deutschen Landen. Ekkehard Ophoven hat es sich zur Aufgabe gemacht einen Großteil von ihnen nachzuspüren und sie zu porträtieren.
Lebensraum Wald
Es ist der Wald der Märchen und Sagen, in dem sich Wolf, Bär und Luchs tummeln. Doch mit dem Wald von heute hat er nicht viel gemeinsam. Die geheimnisvoll-mythische Atmosphäre ist verflogen. Und mit ihr sind auch die Tiere verschwunden. Doch zum Glück sind einige von ihnen gerettet worden. Und wer mit Geduld und offenen Augen durch die Restnatur geht, der wird noch Spuren von ihnen finden. Und die Verursacher dieser Spuren kann man dann in Ekkehard Ophovens Buch auf bemerkenswerten Fotos bewundern. Denn auch Wildschwein oder Buntspecht sind vielleicht häufiger als Braunbär oder Wolf zu sehen. Doch man sieht nur das, was man schon vorher gekannt hat.
Schützenswerte Lebensräume
Zum Einstieg ist den Kapiteln immer ein kurzer, stimmungsvoller Text voran gestellt. Hier erfährt der Leser mit wenigen Worten die Besonderheiten des vorgestellten Lebensraumes und was ihn so schützenswert macht. Und natürlich ist wieder ein Bild eines der wilden Tiere Deutschlands im Großformat zu sehen. Nicht nur die im und am Wasser lebenden Tiere präsentieren sich hier in selten gesehenen Ansichten. Dabei vermeidet der Autor wohltuend auf verniedlichende Posen und anrührende Geschichten.
Man schützt nur, was man kennt
Und man ist häufig überrascht, welche bekannten Tiere am Rande des Verschwindens stehen. Eine Ursache dafür ist in den meisten Fällen die Vernichtung ihrer Lebensräume. Ein Grund mehr sich schlau zu machen und aktiv gegen diese Verhältnisse zu werden. Das Buch „Deutschlands wilde Tiere“ ist dafür ein prima Anfang. Hier bekommt der Leser genügend Informationen über die noch in unserem Land lebenden Wildtiere. Ob Körpergröße, Lieblingsnahrung oder das Höchstalter, für jedes Tier sind die „technischen Daten“ vorhanden. Dazu erhält der Leser noch Hintergrundwissen über die von den Tieren bewohnten Biotope.
Große und kleine Tiere
Häufig wird in dieser Art von Buch der Begriff „Wildtier“ meist mit „wildes Säugetier“ gleich gesetzt. 48 Tiere stellt der Autor vor. Davon ist nur knapp die Hälfte ein Säuger. Der große Rest sind Vögel, Insekten oder Fische. Denn auch die kleinen Tiere sind wichtig für eine intakte Umwelt. Hier werden sie mit der gleichen Sorgfalt und Ausführlichkeit wie ihre großen Leidensgefährten beschrieben. Die vielen ausgezeichneten Bilder und der ruhige Schreibstil verleiten nicht nur große Leser immer wieder zu diesem Buch zu greifen und darin zu schmökern.
Ekkehard Ophoven: Deutschlands wilde Tiere. Kosmos-Verlag 2009, Hardcover mit Schutzumschlag , 160 Seiten, 240 Farbfotos, EURO 29,90
