Rezension: Digitale Makrofotografie von H. Spona

Mit Kompaktkamera und DSLR den Mikrokosmos erforschen

Helma Spona: Digitale Makrofotografie - MITP-Verlag
Helma Spona: Digitale Makrofotografie - MITP-Verlag
Die Fotografie im Makrobereich ist faszinierend und anspruchsvoll. In ihrem Buch zeigt Helma Spona wie man als Fotograf zu ausdrucksstarken Makrofotos kommt.

Der Blick durch eine Lupe erschließt dem Betrachter eine neue Welt. Winzige Details wachsen zu Format füllenden Übersichten. Die Makrofotografie zeigt diesen Kosmos in seiner ganzen Faszination. Doch die zur Aufnahme nötigen Techniken unterscheiden sich teilweise von den sonst benutzten.

Ausstattung und Techniken für die Makrofotografie

Nach einer allgemein gehaltenen Einführung über die Makrofotografie erklärt die Autorin Helma Spona die nötigen Techniken und Ausstattung. Bei der Fotografie im Makrobereich spielt die Optik eine wichtige Rolle. Doch welche Möglichkeiten der Fotograf überhaupt hat, hängt stark vom verwendeten Kameratyp ab. Daher steht ein Systemvergleich am Anfang des Kapitels. Die Autorin vergleicht Pro und Kontra der für die Nahfotografie geeigneten Kameras. Sie vermeidet dabei die oft üblichen Standardbilder als Beispiele.

Motivsuche und Bildgestaltung

Gerade in fotografischen Extremsituationen sind die Motivsuche und die gelungene Bildgestaltung nicht ganz einfach. Oft führen die allgemeinen Regeln nicht zum gewünschten Ergebnis. Daher stehen diese Themen zu recht ganz weit vorne im Buch. Über die Frage was ein gutes Makrofoto ausmacht zieht sich der Bogen über die Suche des passenden Motivs zu den Grundlagen der Bildgestaltung. Die in einem ruhigen und sachlichen Stil gemachten Aussagen lassen sich gut auf andere Fotosituationen übertragen. Und sie sind unabhängig vom benutzten System oder Kameramodell.

Tipps für Ausrüstung und Zubehör

Natürlich kommt auch Helma Spona nicht um die Frage nach der Ausrüstung und dem nötigen Zubehör für die Makrofotografie herum. Und je nach dem, ob man mit einer Kompaktkamera oder mit einer digitalen Spiegelreflex arbeitet, fallen die Empfehlungen unterschiedlich aus. Einschränkungen bei der Benutzung von ungeeigneten Zubehör werden nicht verschwiegen. Das ist sinnvoll. Denn nichts kann einem Einsteiger den Spaß am neuen Hobby mehr verleiden als viel Geld für unbefriedigende Ergebnisse auszugeben.

Scharf oder unscharf macht den Unterschied

Gerade im Nahbereich ist der Unterschied zwischen scharf und nicht mehr scharf sehr klein. Und dieser Unterschied ist es, der ein Bild für einen Wettbewerb oder für den Mülleimer tauglich macht. Zwei Kapitel widmen sich diesem elementaren Thema. Bilderserien verdeutlichen anschaulich wie sich die Schärfentiefe mit der eingestellten Blende verändert. Und wie damit die Bildaussage gesteuert werden kann. Wie in den anderen Kapiteln helfen dabei besondere Tipps. Sie sind durch blaue Markierungen am Seitenrand hervorgehoben. Das unterbricht nicht den Lesefluss und lenkt trotzdem beim schnellen Durchblättern den Blick auf die Stelle.

Licht und Schatten

Nicht nur bei der Fotografie sind Licht und Schatten ständige Begleiter. Auch in diesem Buch wechseln sich gelungene und gute Ideen mit weniger guten ab. Positiv ist mir die ruhige und sachliche Sprache von Helma Spona aufgefallen. Das nicht alles, was möglich ist, auch sinnvoll ist, wird dem Leser auch gut vermittelt. Die dünne, etwas klein geratene Schrift macht es aber schwer sich längere Zeit intensiv dem Buch zu widmen. Auch die Fotos sind für meinen Geschmack manches Mal etwas beliebig. Dafür bekommt man aber nie das Gefühl so etwas nie selber machen zu können. Insgesamt hat der MITP Verlag ein Buch mit starkem Praxisbezug heraus gebracht. Man wird es nicht nur einmal lesen.

Helma Spona: Digitale Makrofotografie. MITP 2008, Hardcover, 224 Seiten, 222 Abbildungen, 34,95 Euro

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