Die Knoblauchsrauke

Ein schmackhaftes und heilsames Kraut

Sie liebt schattige und feuchte Orte. Ab Ende März sind die leicht nach Knoblauch riechenden und schmeckenden Blätter der Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) zu ernten.

Kleine weiße Blüten recken sich in die frische Frühlingsluft. Es ist angenehm kühl im Schatten am Bach. Hier wächst die Knoblauchsrauke am liebsten. Unter dem schützenden Dach hoher Bäume breitet sie ihre saftig grünen Blätter aus. Feuchter, lockerer Boden mit vielen Nährstoffen lässt sie aromatisch nach Knoblauch duften.

Knoblauch am Stiel

Die zweijährige Pflanze besitzt nierenförmige Blätter mit gezackten Rändern. Sie wachsen mit einem langen Stiel wechselständig um einen 30 bis 60 Zentimeter hohen Stängel herum. Zerreibt man die nierenförmigen Blätter, entströmt ihnen der Namen gebende Knoblauchgeruch. An der Spitze der Stängel sitzen Büschel kleiner weißer Blüten. Sie reifen zu bis zu sieben Zentimeter lange Schoten. In ihnen liegen kleine schwarze Samen. Diese kann man wie Senfkörner verwenden. Erntezeit ist zwischen März und September. Wer nicht in Wald und Flur nach dem schmackhaften Kraut suchen möchte, der sät es im April an geeigneter Stelle aus.

Nicht allein

Die Knoblauchsrauke ist keine unauffällige Pflanze. Ihre Erscheinung ist unverwechselbar. Wer sie einmal gesehen hat, der vergisst sie nicht so schnell wieder. In ihrer Umgebung wachsen gerne auch Gundermann, Holunder, Taubnessel oder Vogelmiere. So ist sie im Zweifelsfall schnell zu finden.

Salat, Kräuterquark und Co

Im Morgentau braucht man die Blätter nicht pflücken. Aber je früher geerntet, umso mehr Aroma haben sie. Frisch verarbeitet geben sie Salaten und Suppen eine zarte Knoblauchnote. Je älter die Blätter sind, umso mehr Bitterstoffe enthalten sie.

Ganz einfach ist eine Kräuterbutter zubereitet. Dazu vermengt man lediglich klein gehackte Raukenblätter mit weicher Butter.

Für ein Waldtsatsiki braucht man

  • Vier Handvoll Knoblauchsraukenblätter
  • Eine halbe Salatgurke
  • Einen Becher süße Sahne
  • Einen Becher Joghurt
  • Salz und Pfeffer

Zuerst hackt man die Blätter der Knoblauchsrauke ganz fein. Dann wird die Salatgurke grob gerieben. Anschließend verrührt man den Joghurt und die süße Sahne miteinander. Die gehackte Knoblauchsrauke und die geriebene Gurke hebt man dann unter die Mischung aus Joghurt und Sahne. Zum Schluss noch mit Pfeffer und Salz abschmecken. Dazu schmeckt ein noch warmes Fladenbrot mit etwas Butter.

In einen Frühlingssalat gehören

  • Drei Handvoll Vogelmiereblätter
  • Zwei Handvoll Brennnesselspitzen
  • Eine Handvoll Gänseblümchenblätter
  • Eine Handvoll Knoblauchsraukenblätter
  • Schlüsselblumen- und Veilchenblüten zur Garnierung

Zu Beginn die Blätter gut waschen. Dann je nach Geschmack grob zerkleinern oder ganz lassen. In einer Schüssel alles gut vermengen. Eine Marinade aus Essig, Öl, süßer Sahne, Senf, Salz und Pfeffer bereiten. Die Soße löffelweise über die Blättermischung geben. Mit den Blüten garnieren.

Aus den Samen lässt sich ein Mostrich bereiten. Dazu zerstößt man die schwarzen Körner in einem Mörser mit Essig und etwas Salz. Die grobkörnige Paste erinnert im Geschmack an bayerischen Weißwurstsenf. Wer es gerne etwas schärfer mag, der mischt zerquetschte Kerbelblätter und Wasserpfefferblätter unter den Mostrich.

Frank Scholz, Frank Scholz

Frank Scholz - Ich habe 1966 in der Freien und Hansestadt Hamburg das Licht der Welt erblickt. Doch seit über dreißig Jahren lebe ich in der ...

rss
Hilfreich?